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Krankenhauskeim vs. Schreibtischkeim: was Büros unterschätzen

calendar_today 12. Juni 2026 schedule ca. 4 Minuten

Wenn man das Wort Krankenhauskeim hört, denkt man an Krankenhäuser. Das ist naheliegend, aber zu kurz gedacht.

Was ein Krankenhauskeim wirklich ist

Ein Krankenhauskeim ist kein spezieller Erreger, der nur in Kliniken existiert. Es ist ein Begriff für Bakterien, die sich in Umgebungen mit hohem Antibiotikaeinsatz zu resistenten Stämmen entwickelt haben. Der bekannteste ist MRSA.

MRSA kommt dort vor, wo häufig Antibiotika eingesetzt werden, vor allem in Krankenhäusern. Eine Ansteckung ist auch über verunreinigte Gegenstände wie Türklinken, Handläufe oder Badutensilien möglich. Für gesunde Menschen ist das Risiko einer Infektion gering. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, offenen Wunden oder chronischen Erkrankungen sind häufiger betroffen.

Das bedeutet: In einem normalen Büro ist MRSA kein realistisches Alltagsrisiko. In einer Arztpraxis, einer Pflege- oder Therapieeinrichtung sieht das anders aus.

Was in Büros wirklich relevant ist

Das unterschätzte Hygieneproblem im Büro ist weniger spektakulär, aber genauso real. Türgriffe, Tastaturen, Telefone, Aufzugsknöpfe und Sanitäranlagen sind Kontaktflächen, über die Krankheitserreger wie Erkältungsviren, Influenza oder Magen-Darm-Keime von Person zu Person wandern. Nicht weil jemand nachlässig ist, sondern weil diese Flächen selten in dem Rhythmus gereinigt werden, der nötig wäre.

Ein klassisches Beispiel: Die Toilette wird täglich gereinigt. Der Türgriff der Toilette, an dem jeder fasst bevor er sich die Hände wäscht, nicht.

Was der Unterschied in der Praxis ist

Gute Gebäudereinigung denkt in Kontaktwegen, nicht in Flächen. Welche Flächen berühren wie viele Menschen wie oft? Welche davon werden mit welchem Rhythmus gereinigt? Und welche fallen in der Praxis regelmäßig durch das Raster?

Das sind die Fragen, die wir bei jedem Objekt stellen. Weil Hygiene kein Erscheinungsbild ist, sondern ein Ablauf.

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